Meldung vom 27.11.2011 • 21:16:32 CET • Updated 28.11.2011
Schuss auf Polizei
Schütze von Sondereinheiten tot aufgefunden
Solothurn • Der maskierte Mann, der in Solothurn auf die Polizei geschossen hat, ist am Montag gegen 03:00 Uhr tot in der Wohnung aufgefunden worden, wie Thalia Schweizer von der Kantonspolizei Solothurn in den frühen Morgenstunden auf Anfrage bestätigte.
Sondereinheiten der Polizei fanden ihn mit einem Kopfschuss vor. Auf seinem Schoss lag eine Pistole, laut Behörden wahrscheinlich seine eigene Armeewaffe. Seit Sonntagmorgen umstellten Spezialeinheiten aus drei Kantonen ein Mehrfamilienhaus in der Weststadt von Solothurn. Gegen 19:30 Uhr kam es dort zu einem weiteren Schusswechsel zwischen ihm und der Polizei. Weniger als eine Stunde später war dann eine einzelne Schussabgabe zu hören. Die Lage im weiträumig abgesperrten und teils evakuierten Allmendquartier war am späten Sonntagabend unübersichtlich. In einer Wohnung im Erdgeschoss verschanzte sich höchstwahrscheinlich jener Mann, der in der Nacht zuvor mit einem Sturmgewehr bewaffnet durch die Innenstadt gelaufen war und in der Nähe des Westbahnhofs einen Schuss in Richtung zweier Polizisten abgefeuert hatte, als sie ihn anhalten wollten. Einer der Beamten schoss gemäss Aussagen von Passanten zurück. Verletzt wurde beim Schusswechsel niemand. Dem maskierten Schützen gelang zunächst die Flucht. Die Polizei löste eine Grossfahndung nach dem 42-jährigen Mann aus, der laut Augenzeugen zur Tatzeit eine Sturmhaube und weisse Hosen trug. Das Mehrfamilienhaus an der Benedikt-Hugi-Strasse wurde von der Polizei am Sonntagabend mit Scheinwerfern hell beleuchtet. Mehrere Ambulanzfahrzeuge, sogar ein Panzerfahrzeug und bis zu 70 Sicherheitskräfte gleichzeitig standen während der 28-stündigen Polizeiaktion im Einsatz. Die evakuierten Personen wurden in einer Turnhalle untergebracht. Am Nachmittag konnte seine betagte Mutter, die offenbar die ganze Nacht mit ihm in der Wohnung verbracht hatte und das Haus nicht verlassen wollte, ebenfalls in Sicherheit gebracht werden. Derweil versuchte die Polizei vergeblich, mit dem Mann in Kontakt zu kommen und ihn zum Aufgeben zu bewegen. Schliesslich stürmten schwer bewaffnete Polizeikräfte in Kampfmontur um 02:58 Uhr sein Zimmer. Im Raum befand sich auch ein Sturmgewehr. Aufgrund des Spurenbilds gehen Staatsanwaltschaft und Polizei davon aus, dass der 42-Jährige sich selbst richtete.