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«Occupy Paradeplatz»
Polizei räumt Zeltlager auf Lindenhof
Zürich • Mit einem Grossaufgebot hat die Stadtpolizei Zürich am Dienstag das «Occupy»-Zeltlager auf dem Lindenhof geräumt. Kurz nach 08:00 Uhr haben rund 30 von 50 Aktivisten ein letztes Ultimatum verstreichen lassen und sitzend eine Menschenkette gebildet. Unterdessen bauten Polizisten und Mitarbeiter von Entsorgung und Recycling die Zelte der Bewegung ab. Abgesehen von einigen Handgreiflichkeiten verlief die Räumung friedlich. Die Aktivisten, die im Vorfeld angekündigt hatten, im Falle einer Räumung passiven Widerstand zu leisten, wurden von der Polizei einzeln weggetragen, festgenommen und in Kastenwagen abtransportiert. Sie müssen mit einer Strafverfügung des Stadtrichteramts rechnen, weil sie nicht rechtzeitig freiwillig gingen. Die meisten von ihnen haben ein Rayonverbot erhalten. Das bedeute, dass sie während 24 Stunden den Stadtzürcher Kreis 1 nicht betreten dürfen, erklärte Stadtpolizei-Sprecher Marco Cortesi. Zur Mittagszeit haben sich mehrere Dutzend Besetzer bei der Kirche St. Jakob am Stauffacher niedergelassen. Ob man die Zelte dort definitiv aufschlage, werde später entschieden, sagte eine Sprecherin. Die Citykirche habe ihr Areal von sich aus angeboten. Da es sich um Privatgrund handelt, kann die Stadt nicht mehr eingreifen. Am Dienstagabend haben sich erneut rund 50 Aktivisten auf dem Paradeplatz versammelt. Sie formierten sich zu einem Fackelzug durch die Innenstadt zum Stauffacher. Die Stadtpolizei war bei der Ankunft der Demonstranten ebenfalls präsent, zog aber zu Beginn einer Vollversammlung der «Occupy»-Bewegung kurz vor 20:00 Uhr wieder ab. Die Verantwortlichen der Kirche gewähren den Aktivisten bis am 5. Januar 2012 Asyl, sofern sie sich an die Regeln halten. So dürfen sie beispielsweise Veranstaltungen der Kirche nicht stören und müssen die Toiletten selber putzen.
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